„Ein Hochamt in Türkis für die Kanzlerhoffnung“, … so titelt die Tiroler Tageszeitung am Sonntag nach dem Linzer ÖVP Parteitag. Das Programm für die ÖVP lautet nun in drei Worten: „Zeit für Neues“.

Und Roland Düringer meint in seinem gestrigen Video auf die Frage, ob ihm die Grün-Abspaltung unter Peter Pilz oder etwa gar Irmgard Griss auf der NEOS-Liste Stimmen kosten würde: „Es ist vollkommen wurscht, es ist sowieso alles in Bewegung. Das alte System bricht weg!“ Frage sei lediglich ob es in Richtung mehr Demokratie oder in Richtung mehr Diktatur gehe.

Die Gruppen, die den WählerInnen frei nach Kreisky anbieten, „ein Stück des Weges mit uns zu gehen“, werden also mehr, auch wenn die Liste Stronach wegfällt. Nichts desto trotz spricht unser Facebook-Vergleich Bände: Die Zuwachszahlen bei den Likes – die Facebook-Aufholjagd! – zeigen Sebastian Kurz vor Strache, Kern und KPÖ-plus. Die interessanteste Zahl ist allerdings: Kurz liegt bei den Facebook-Fans nur mehr 65.112 Likes hinter Strache. Kern liegt als dritter – weit abgeschlagen – 429.828 Likes hinter Strache. In diesem Dreikampf spielen die anderen Bewerber nur mehr eine untergeordnete Rolle.

Zu alle dem kommt noch ein Verbrechen in Linz:

Ein 54-jähriger Tunesier ist vermutlich der Mörder eines Pensionistenehepaares:  Er wollte „an Österreich ein Exempel“ statuieren, weil er sich von der FPÖ und der Gesellschaft „als Muslim und Ausländer“ nicht gut behandelt gefühlt hatte.

Ein österreichischer Alptraum!

Besonders für das Ehepaar und seine Familie! Strache wünschte auf seiner Facebook-Seite den Hinterbliebenen der beiden Opfer sein Beileid: „Im Gedanken bin ich und die gesamte freiheitliche Familie bei den Hinterbliebenen!“ Der Beitrag mit einem Link zu einem Bericht der Presse über den Doppelmord wurde inzwischen 768-mal geteilt,   320-mal kommentiert und 2691-mal gewertet. Strache meinte in seinem Statement: „Ich bin zutiefst entsetzt und schockiert, mit welchem Hass und mit welchem Gewaltpotential der radikal-islamistische Täter vorgegangen ist.“ Bleibt die Frage: War das tatsächlich ein „radikal-islamistischer“ Täter oder gab es da ganz persönliche Motive, denen er nachträglich ein politischen Deckmäntelchen umhängte? Wie auch immer: zwei Menschen wurden getötet und Strache sieht den Doppelmord als islamistisch-radikal an, und mit ihm wohl auch viele seiner Fans. Wie die Wähler insgesamt dieses Verbrechen interpretieren werden, wird sich zeigen. Der mutmaßliche Täter hat jedenfalls genau das Gegenteil dessen erreicht, was er angeblich wollte: Die von ihm gehasste FPÖ bekommt vorerst einen kräftigen Rückenwind und die Gefahr von islamophobien Anschlägen wächst. Jedenfalls ist es ein herber Rückschlag für alle Menschen, die sich für die Integration einsetzen.

Der Faceboo-Likes Vergleich:

Heinz-Christian Strache + 3.498 (+ 4.094)

Sebastian Kurz + 9.247 (+ 17.278)

Christian Kern + 2.486 (+ 1.619)

Ulrike Lunacek + 224 (+ 346)

Matthias Strolz + 783 (+ 189)

Roland Düringer  + 11 (+ 21)

Adnan Dincer (NBZ) + 11 (+ 6)

KPÖ PLUS (neu) +  1.013 (915)

Peter Pilz (neu)

 

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